Vorgeschichte

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hielt sich in Sagogn eine etwa ein Drittel der Bevölkerung zählende reformierte Minderheit. Der katholische Priester Caspar Jagmet aus Disentis amtete seit 1695 in Sagogn und wirkte im Geist der Gegenreformation. Er bewirkte, dass 1701 an der Gemeindeversammlung ein für die Reformierten unmöglich zu akzeptierender Beschluss gefasst wurde, der als Teil des Sagenserhandels in die Geschichte einging: es galt ab sofort ein Verbot, protestantische Geistliche in die Gemeinde kommen zu lassen, zudem ein Verbot, eine eigene Kirche zu errichten und ein Verbot, die Ilanzer Gerichtsgemeinde oder die Drei Bünde in Rechtsfragen anzurufen. Eine erste gesamtbündnerische Delegation, die zwischen den Positionen vermitteln sollte, blieb erfolglos, so dass der Ausbruch eines Bürgerkriegs drohte. Beiderseits wurden bereits Truppen zusammengezogen. Im September 1701 gelang doch noch eine Friedensvereinbarung: den Reformierten in Sagogn wurde offiziell die Religionsfreiheit zugesprochen sowie deren Recht, ein eigenes Gotteshaus zu bauen. Aber erst neun Jahre später, am letzten Dezembersonntag des Jahres 1710, wurde eine eigene Pfrundstiftung gegründet.

Bau

Die Bauvorbereitungen oblagen Jakob Casutt, der das gesamte Areal den Kirchgenossen unentgeltlich übereignete, und Ludwig Castell. Errichtet wurde das Gebäude 1743 von Jakob Krättli, wodurch lange Streitigkeiten in dem konfessionell in eine römisch-katholische Mehrheit und eine reformierte Minderheit gespaltenen Dorf ein Ende fanden. Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche in den Jahren 1933, 1957 und 1999 renoviert.